Kernenergie ist teuer

Subventionen der Kernenergie

Eines der meist gebrauchten Argumente gegen die Kernenergie ist die Kostenfrage. Es wird argumentiert, dass – wenn man nur alle Kosten der Kernenergie in den Strompreis einrechnen würde – dieser Strompreis viel höher wäre als der hoch subventionierte Strompreis aus alternativen Energien. Greenpeace hat nun endlich einmal eine Studie vorgelegt, welche die Kosten die hier eingerechnet werden auflistet. Nun wird auch klar, wie man zu den 200 Milliarden Euro Subvention für die Kernenergie kommt und gleichzeitig wird auch die Unsinnigkeit dieser Kosten offensichtlich.

Finanzhilfen

Forschung in Deutschland (28 Milliarden)    
Kosten für Forschung sind immer vom Staat zu tragen. Bezüglich der Kosten für die Sicherheit muss man sich einmal das deutsche Genehmigungs-  verfahren ansehen. Der Betreiber legt dabei einen Sicherheitsbericht vor, der natürlich von der Genehmigungsbehörde zu prüfen ist. Dazu hat die  Behörde Sachverstand und Methoden bereitzustellen oder sich zu beschaffen. Dies als verdeckte Kosten der Kernenergie zu betrachten ist abwegig.
Parallel dazu hat der Staat die Reaktorsicherheitsforschung gefördert, die mit der Genehmigung der Anlagen überhaupt nichts zu tun hat und nur dazu diente, Methoden bereitzustellen für die Bewertung der Sicherheitsberichte und in staatlicher Verantwortung Schwachstellen aufzudecken.        

Stilllegung ostdeutscher Kernkraftwerke    
Kosten der Wiedervereinigung                                                                                                              

Sanierung eines nuklearen Bergwerks (Wismut) in Ostdeutschland
Kosten der Wiedervereinigung

Stilllegung der Lager Asse und Morsleben
Kosten der Wiedervereinigung bei Morsleben. Die Kosten für die Sanierung der Asse II können hier erwähnt werden, wobei man natürlich auch bedenken muss, dass fast 40 % der radioaktiven Abfälle in der Asse nicht aus Kernkraftwerken stammt.  

Folgen von Tschernobyl  
eine offensichtlich besonders unsinnige Argumentation      

Beiträge zu internationalen Organisationen der Nukleartechnik 
absoluter Unsinn 

Rückstellungen der KKW-Betreiber für die Kosten des Endlagers   
Rückstellungen sind grundsätzlich eine Verringerung des Gewinns und müssen deshalb weder selbst, noch in den Zinseinnahmen bis zu 5,5% versteuert werden. Dies ist auch kein Alleinstellungsmerkmal für Kernkraftwerke sondern gilt für jedes Unternehmen, das Rückstellungen vornehmen muss, z.B. eine Recyclingfirma. Kernkraftwerksbetreiber werden sogar explizit schlechter gestellt, denn während für alle sonstigen Unternehmen die Steuerfreiheit unbegrenzt gilt, ist sie für Kernkraftwerksbetreiber normalerweise auf 25 Jahre beschränkt, obwohl die Anlagen deutlich länger laufen. Alles nachzulesen im EStG, §6, Absatz 3a, Buchstabe d und e.


http://www.kernenergie.de/kernenergie/service/fachzeitschrift-atw/hefte-themen/2008/jun/06_rueckstellungsverpflichtungen-fuer-kernkraftwerke.php

SteuervergünstigungenSteuervergünstigungen für energieintensive Betriebe 
diese Steuervergünstigungen dienen dazu energieintensive Betriebe im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu erhalten, was angesichts der extremen Strompreise in Deutschland notwendig ist. Immer wieder wird behauptet, dass die Strompreise deswegen so hoch sind, weil so viele Betriebe von der EEG Umlage befreit sind. Die EEG Umlage beträgt derzeit (2014) 6,24 Ct/KWh. Wenn man also die von der Industrie nicht bezahlten Beiträge von der Umlage abzieht würde sich eine Strompreisreduktion für den privaten Verbraucher um 1,26 Ct/KWh ergeben. Für einen 3-Personenhaushalt würde das eine Ersparnis von etwa 45,00 € im Jahr ausmachen. Ein Wechsel des Versorgers dagegen führt zu einer weit größeren Einsparung. 
Eine Abschaffung der Privilegien für energieintensive Betriebe  
würde mit Sicherheit dazu führen, dass Elektrostahl-, Aluminium-, Papierherstellung- und Chemie-Industrie nicht mehr in Deutschland vertreten wäre. Die Industriebetrieb, die nicht ins Ausland gehen könnten, würden die Preise erhöhen sodass man dann an anderer Stelle mehr bezahlen würde.Auch die anderen Steuervergünstigungen wie Abschreibungen werden nur bei der Kernenergie als Subventionen angesehen. Die riesigen Abschreibungen auf Anlagen der erneuerbaren Energien hingegen werden nicht berücksichtigt. 
Nach einem Gutachten des Bundesrechnungshofes vom 14.03.2014 belaufen sich die Subventionen in Deutschland  für die Energiewende auf ca. 50 Milliarden Euro/Jahr, wenn man die Förderprogramme der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau von zuletzt 22,6 Milliarden pro Jahr hinzurechnet.

Budgetunabhängige staatliche Regelungen 

Emissionshandel


Als diese Kosten immer noch weniger waren als die Subventionen der Erneuerbaren Energien, hat man sie „inflationsbereinigt“ und kommt dann endlich auf eine Summe von mehr als 200 Milliarden. Was für ein ökonomischer Blödsinn!
 

Eine vernünftige Darstellung der staatlichen Mittel für Kernenergie ist in der folgenden Grafik dargestellt

Ein Vergleich von Subventionen für die sog. Erneuerbaren Energien mit der Anschubfinanzierung für die Kernenergie und auch mit den Subventionen für die Kohleindustrie sind nicht zulässig. Während die Subventionen für die sog. Erneuerbaren Energien für das Produkt Strom sind, waren die Kohlesubventionen für die Löhne der Arbeiter in den Kohlegruben. Die Subventionen für die Kernenergie führten dazu, dass Deutschland eines der führenden Errichter von Kernenergieanlagen war. Immer wieder wird behauptet, dass Kernkraftwerke nicht versichert werden können. Die Versicherungssummen sind – nicht nur für die Kernenergie, sondern ganz allgemein – auf 2,5 Milliarden begrenzt und zwar nur deshalb, weil darüber hinaus die Berechnung der Prämien nicht mehr möglich ist. Prämien werden auf der Basis von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensumfang berechnet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines schweren Unfalls in einem Kernkraftwerk ist aber sehr klein und der der Schadensumfang kann sehr groß sein. Wenn man nun eine sehr kleine fehlerbehaftete Zahl mit einer sehr großen ebenfalls fehlerbehafteten Zahl multipliziert wird der Fehler extrem groß. Dies gilt im übrigen auch für vorstellbare – ebenfalls extrem unwahrscheinliche – schwere Unfälle in Chemieanlagen mit katastrophalen Auswirkungen. Seveso und Bophal waren da nur leichte Unfälle. 

  http://www.kernenergie.de/kernenergie/themen/finanzierung/atomhaftung.php