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tödliche Radioaktivität

Radioaktivität ist tödlich?!

Wenn Sie das Wort Radioaktivität hören, welche Assoziationen haben Sie dann dabei?

Sicherlich denken Sie an Atombomben, Tschernobyl und sonstige schreckliche Errungenschaften der Technik. Radioaktivität ist überall in unserer Umwelt. Ohne Radioaktivität wäre Leben auf dieser Erde nicht möglich. Viele Wissenschaftler glauben, dass auch eine Evolution der Arten und auch die Entstehung der Elemente ohne Radioaktivität nicht möglich gewesen wäre. 
Sicher, Radioaktivität ist gefährlich. Bequerel, der Entdecker der Radioaktivität sagte einmal: Ich liebe ja dieses Radium, aber es erbost mich auch.aracelsius: Jeder Stoff ist ein Gift für den Körper, es kommt nur auf die Dosis an. Und so ist es auch mit der Radioaktivität.

Eine wirklich hervorragende Beschreibung von Radioaktivität befindet sich  hier  und  hier

Radioaktivität, radioaktiver Zerfall oder Kernzerfall ist die Eigenschaft instabiler Atomkerne, sich spontan unter Energieabgabe umzuwandeln. 
Die freiwerdende Energie wird in fast allen Fällen als  ionisierende Strahlung , nämlich energiereiche Teilchen (α-Strahlung) und/oder Beta- oder  Gammastrahlung , abgegeben.

Radioaktivität ist überall in unserer Umwelt wie z. B. inNahrungsmittel380 Bq/kg FM in reifen Erbsen oder Bohnen100 Bq/kg (Becquerel pro Kilogramm) FM in Fleisch, Leber und Nieren von Rindern
                 (Grenzwert für Fleisch ist 600 Bq/kg; Elchfleisch in Norwegen 6000 Bq/kg))180 Bq/kg  in Milchpulver und WurstdauerwarenWasser10 Bq/lFreigabe des Badestrands bei Iwaki als weniger als 10 Bq/l gemessen wurden.Wettinquelle Bad Brambach: bis zu 27 000 Bq/lLuft100 Bq/m³ 
Heilstollen Böckstein: 50 – 150 000 Bq/m³Boden1000 Bq/m²Körper10000 BqIm wesentlichen K 40 und C 14Nuklearmedizin500 – 800 MBq (MBq = MegaBequerel = 1 Million Bequerel)

Beim Zerfall wird energiereiche Strahlung ausgesandt, deren Reichweite sehr unterschiedlich ist. 
α-Teilchen sind zwar sehr energiereich, haben aber nur eine ganz geringe Reichweite. So ist z.B. die Strahlung des als so unglaublich giftig hingestellten Plutoniums schon durch ein paar Blätter Papier abzuschirmen. Nur einatmen oder in den Körper bringen darf man es nicht. Dann ist seine Wirkung verheerend. Aber das ist auch so mit jedem anderen hochgiftigen nicht strahlenden Stoff. 
Die Reichweite von Beta- und Gammastrahlung ist sehr unterschiedlich und hängt von der Energie und der Abschirmung ab. Die Einheit für den radioaktiven Zerfall ist das Bequerel.StrahlenwirkungDie Strahlung, die vom biologischen Gewebe absorbiert wird, wird durch die effektive Dosis ausgedrückt und wird in Sievert gemessenUm Ihnen zu helfen die Dosiswerte richtig einzuordnen hier einige Beispiele von NormalwertenDurchschnittlich beträgt die natürliche Strahlendosis weltweit im Mittel ca. 2,5 mSv pro Jahr. In den Alpen oder im Tessin ist sie aber vielerorts 5 mSv oder sogar 10 mSv pro Jahr, so dass die dortige Bevölkerung während ihres Lebens eine Gesamtdosis von mehreren hundert Millisievert abbekommt.Eine Übersicht über die Strahlendosis, die man in Deutschland erhält zeigt das folgende Bild:

Außergewöhnlich ist die hohe natürliche Radioaktivität der Strände in der brasilianischen Küstenstadt Guarapari. Sie wird durch den thoriumhaltigen schwarzen Sand verursacht. Die Energieäquivalentdosis beträgt im Mittel ca. 60 mSvpro Jahr. Trotz oder vielmehr wegen dieser hohen Strahlenbelastung trägt die Stadt den Beinamen cidadesaude, übersetzt: Stadt der Gesundheit. Dem Aufenthalt an den radioaktiven Stränden wird eine heilende Wirkung nachgesagt.Der weltweit am stärksten belastete Ort ist wohl Ramsar im Iran. Dort herrscht eine natürliche Radioaktivität von etwa 80 mSv/a, an ­einigen Stellen sogar bis 250 mSv pro Jahr. Dennoch sind keine negativen Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung bekannt. Ramsar ist im Gegenteil ein vielbesuchter Kurort, der als besonders gesundheitsfördernd gilt.Zum Vergleich vielleicht noch die Strahldosisleistungen die etwa 1 Jahr nach dem Unfall in Fukushima auftraten. Es zeigt sich, dass die Strahlendosisleistungen schon ein Jahr nach dem Unfall deutlich unter den Werten der natürlichen Strahlung in einigen Gegenden der Erde lagen.

Die Abnahme der radiologischen Expositionen lässt sich sehr gut in den folgenden Grafiken erkennen:
aus GRS-S-55(2015)

Hier wird deutlich, dass es nur in dem roten Bereich Expositionen gibt, die über 19 µSv/h liegen. 
Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenexposition an den Stränden der Stadt Guarapari in Brasilien (auch als cidade saude = gesunde Stadt bekannt) liegt bei 27 µSv/h. Schließlich noch der Vergleich der Dosisleistungen von Tschernobyl und Fukushima etwa 1 Monat nach dem jeweiligen Unfall. Darin wird deutlich, dass Tschernobyl von den radiologischen Auswirkungen her deutlich größere Auswirkungen hatte als Fukushima. Beide wurden jedoch nach INES 7 eingestuft, was die  Problematik der INES Skala in diesem Bereich verdeutlicht. Insgesamt wurde in Fukushima nur etwa 1/10 der Spaltprodukte freigesetzt als in Tschernobyl.   

 Ein Vergleich der radiologischen Belastung von Chernobyl und Fukushima ist in  https://www.youtube.com/watch?v=qaEKfPlCL_4  enthalten. In diesem Zusammenhang ist eine Grafik von Dr. M. Rüegg sehr aufschlussreich, welche die Dosisleistungen in der Schweiz zeigt und die, mit den gleichen Grenzwerten in Fukushima, erforderlichen Evakuierungszonen. 

StrahlenrisikoWie lässt sich nun aus der effektiven Dosis ein Risiko berechnen? Hier muss man unterscheiden zwischen Schäden, die man sofort erkennt und einordnen (deterministische Schäden) kann und Schäden die erst später auftreten (stochastische Schäden). Ein guter Vergleich ist da die Sonnenstrahlung. (Sonnenbrand – Hautkrebs)
Bei hohen effektiven Dosiswerten kommt es zu sogenannten Deterministischen Schäden. 
Deterministische Schäden sind Schäden, die direkt zu Reaktionen des Zellgewebes oder dessen Schädigung führen können. Sie treten erst ab einer sogenannten Schwellendosis bei hohen Dosen auf. Ab einer effektiven Dosis von etwa 1 SV können beispielsweise Hautrötungen auftreten. Hohe Dosen führen zur sogenannten Strahlenkrankheit, die ab etwa 3 bis 5 Sv bei fehlenden medizinischen Maßnahmen zum Tode führen kann.Bei geringeren effektiven Dosiswerten können sog. Stochastische Schäden auftreten
Unter stochastischen Schäden werden solche verstanden, die z. B. Krebserkrankungen auslösen oder zu vererbbaren Erkrankungen führen können. Dies bedeutet, dass aufgrund einer Strahlenexposition das Risiko steigt, an (strahleninduziertem) Krebs zu erkranken. Generell lässt sich ein Kausalzusammenhang zwischen einer Strahlenexposition und der Entstehung von Krebs nur statistisch belegen. 
Unterhalb einer Dosis in einer Größenordnung von rund 100 mSv ist die Erhöhung des Krebsrisikos nach heutigem Kenntnisstand mit statistischen Mitteln nicht mehr vom allgemeinen Krebsrisiko zu trennen. zum Vergleich :
1.)  Verzehr von 200 g kontaminiertem (Wildschwein)-fleisch :
1 µSv : erhöht das statistische Krebsrisiko von 25% auf 25,00001%
2.) ein Jahr in Freiburg leben statt in Hamburg : 1 mSv : erhöht das statistische Krebsrisiko von 25% auf 25,01%
3.) eine CT-Untersuchung : 10 mSv : erhöht das statistische Krebsrisiko  von 25% auf 25,1%
4.) „verstrahlte“ AKW-Arbeiter : 200 mSv : erhöht das statistische Krebsrisiko  von 25% auf 27% 
Ein Raucher hat ein statistisches Hintergrundrisiko für Krebs von 35 %Im Strahlenschutz hat man sich schon in den 50-ger Jahren darauf geeinigt, dass es einen linearen Zusammenhang (LNT-linear no  threshold) zwischen Dosis und biologischer Wirkung gibt. Hier hat man festgelegt, dass eine Dosis von 1 Sv unter hundert Menschen zu 5 zusätzlichen Krebsfällen führt. Eine Festlegung, die allen bisherigen Erfahrungen bei den Umgang mit gefährlichen Stoffen widerspricht. Inzwischen folgen nur mehr politisch vollkommen indoktrinierte Menschen dieser These.Einige Erläuterungen dazu:Die LNT-These berücksichtigt nicht die Zeit, in der die Dosis verabreicht wird
Die durch Strahlung induzierten Krebsfälle können nicht vom allgemeinen Krebsrisiko getrennt werden

Ein sehr eindrucksvolle Bestätigung, dass niedrige Strahlendosen sogar gesundheitsförderlich sind zeigt eine Untersuchung aus Taiwan.
1982 wurde in Taipeh stark mit Cobalt 60 kontaminierter Stahl in Wohngebäuden verbaut. Nach 20 Jahren entdeckte man diesen Fehler und untersuchte eingehend die in diesen Gebäuden wohnenden Menschenin insbesondere auf Krebs und Leukämie.  
Die Bewohner der Gebäude – etwa 10 000 Personen – erhielten unfreiwillig Strahlenexpositionen von anfänglich 900 mSv pro Jahr, die im weiteren Verlauf, aufgrund der kurzen Halbwertszeit von C60 von ca. 5,3 Jahren, abnahm. Im Mittel erhielt jede Person eine Strahlenexposition von ca. 400 mSv pro Jahr.
Die folgende Abbildung zeigt einen Vergleich der Mortalitätsrate durch Krebs von Personen in Taiwan und in den betroffenen Gebäuden in Taipeh.

Quelle:  http://ecolo.org/documents/documents_in_english/low-dose-Cobalt-taiw-06.pdfEinen ausgezeichneten  Vortrag über Radioaktivität  allgemein und die Desorientierung der Gesellschaft zu diesem Thema hat Dr.sc.nat. Walter Rüegg gehalten, ein ausgewiesener Experte für Radioaktivität.

Ein weiteres Video über Radioaktivität (leider in Englisch) von Galen Winsor ist  hier  enthalten. 
Eine Übersetzung des Vortrags findet man unter 
http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/kernkraft-das-geschaeft-mit-der-angst?context=blog

Informationen zum Naturreaktor in Oklo sind unter  Naturreaktor von Oklo  zu finden

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